Informationsbrief Nr. 3/2004

Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.

Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. Huter

Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V. (VbCc. e.V.)
Postfach 101123, 47476 Rheinberg
Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012

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Rheinberg, den 2. April 2004

1.    VbCc’ler reinigen die UmweltVBCc reinigen die Umwelt
Die Stadt Rheinberg hatte für den 6. März 2004 wieder zum jährlichen Stadtputz aufgerufen. Die örtlichen Vereine wurden geben, sich aktiv zu beteiligen. Da viele VbCc’ler in Rheinberg wohnen (Standort des PVC-Herstellers SolVin), war es selbstverständlich, wie in den Jahren zuvor mitzumachen. Hier zeigen sich einige Aktivisten, die sich im Ortsteil Ossenberg um eine saubere Umwelt gekümmert haben.
Ein Dank gilt auch dem Unternehmen SolVin, das Handschuhe aus PVC zur Verfügung gestellt hatte.

2.    Nochmals: Experimentalvortrag zur Chlorchemie
Wie bereits angekündigt, findet am
23. April 2004 / 11.00 Uhr

der Experimentalvortrag von Prof. Dr. Gerd Meyer (Direktor des Instituts Anorganische Chemie in Köln) zum Thema „Natrium, Chlor und Verwandtschaft“ statt. Dazu hat das Unternehmen Solvay in seine Ausbildungsabteilung in Rheinberg eingeladen.
Solvay hat uns mitgeteilt, dass der Raum begrenzt ist. Wegen des großen Interesses bitten wir deshalb, dass Sie sich schriftlich (wie auch sonst bei Exkursionen) mit beiliegendem Vordruck anmelden. Danke!

3.    Was ist besser: Salz oder Splitt?
Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes ergab: Im Kampf gegen Eis und Schnee schneidet Auftausalz im Vergleich zu Splitt ökologisch und wirtschaftlich deutlich besser ab. Die größten Nachteile des Splitts: Der Bedarf großer Mengen und die Schadstoffbelastung, weshalb die Splittmassen als Sondermüll entsorgt werden müssen. Auftausalz dagegen lässt sich sehr niedrig dosieren und erhöht die Verkehrssicherheit deutlich mehr als Splitt. Der ADAC fordert daher, auf verkehrswichtigen oder gefährlichen Straßen Salz zu streuen. Auf Nebenstraßen reicht es meist, den Schnee zu räumen. Der Einsatz von Splitt sollte auf Geh- und Radwege beschränkt werden.
(Quelle: ADACmotorwelt 12/2003)

4.    Dänemark: Ersatz von DEHP erfordert bessere Datenbasis
Das dänische Umweltamt DEPA (Danish Environmental Protection Agency) prüft derzeit, ob Weich-PVC in Medizinanwendungen ersetzt werden kann. Solche PVC-Medikalprodukte enthalten in der Regel DEHP als Weichmacher, ein Rohstoff, der seit Jahren bereits gründlich untersucht ist und wird.
Es wurden 7 Alternativen geprüft. Ergebnis: Eine endgültige Bewertung dieser Alternativen ist noch nicht möglich, da noch eine Reihe von biologischen Tests durchgeführt werden muss in den medizinischen Anwendungen wie Schläuche, Katheter und Beutel.
Auch die EU kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Das EU-Wissenschaftler-Gremium für Medikalprodukte stellt fest, dass keine Begrenzung des Weich-PVC-Einsatzes empfohlen werden kann. Bereits im Oktober 2003 sagte der deutsche TÜV zur Anwendung von Weich-PVC: „Die Sorge der Endverbraucher ist ungegründet“ (Quelle: TÜV Rheinland Gruppe).

5.    EU-Chemikaliengesetzgebung REACH
Die Diskussion über diesen Gesetzentwurf war sehr heftig. Als Konsequenz daraus liegt nun ein geänderter Text vor. Aber aus Sicht der Spezialisten der Chemischen Industrie ist das geforderte Registrierungssystem für Chemikalien immer noch zu aufwendig, speziell wenn man den damit erwarteten Umweltvorteil betrachtet.
In VbCc-Info Nr. 5/2003 hatten wir über die geschätzten Kosten berichtet: 7 Mrd. Euro für die Chemikalienhersteller und 26 Mrd. Euro für die Weiterverarbeiter. Laut EU-Kommission würde das geänderte „REACH light“ kosten 2,3 Mrd. Euro für Hersteller plus 5,2 Mrd. Euro für Verarbeiter.
Das ist immer noch ein großer Batzen Geld, den letztendlich alle Verbraucher aufbringen müssen. Bezogen auf jeden EU-Bürger sind das zwar nur ca. 30 Euro, aber da gibt es ja noch viele andere kostenträchtige Umweltgesetze: Die Dänen haben berechnet, dass die EU-Wasserrahmenrichtlinie etwa 10 Euro/Einwohner kostet. Was kosten uns wohl die AltautoVO, die ElektroschrottVO, die VerpackungsVO und und und?

6.    PVC
Gute Nachrichten
In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg beschloss der Stadtrat, dass bei der Vergabe von Aufträgen durch das Hochbauamt neben Holzfenstern auch PVC-Fenster auszuschreiben sind. Geringere Kosten im Vergleich zu Holz sowie flächendeckende Recyclingmöglichkeiten gaben den Ausschlag zur Zustimmung.
Schlechte Nachrichten
Es gibt aber leider immer noch Städte mit PVC-Verboten bzw. –Einschränkungen: Berlin, München, Bonn und Leipzig sind nur Beispiele. Es bleibt also noch genug Überzeugungsarbeit zu leisten, auch für den VbCc.

7.    Armes Deutschland
Kommentar eines Teilnehmers des 15. Kasseler Abfallforums zur seit 2003 gültigen GewerbeabfallVO: „Ein typisch deutscher Verwaltungs-Moloch, der wenigstens den Vorzug hat, kaum vollzogen zu werden“ (Quelle: Müll und Abfall 8.03).

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Hergesteld: 10. April 2004.

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