Informationsbrief Nr. 2/2004

Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.

Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. Huter

Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V. (VbCc. e.V.)
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Rheinberg, den 3. März 2004
1.    Aktion Sauberes Rheinberg
Wie jedes Jahr organisiert die Stadt Rheinberg im Frühjahr eine Putzaktion für öffentliche Wege und Plätze. Alle Bürger sind aufgefordert mitzuwirken. Hilfreich sind dabei auch die örtlichen Vereine. Der VbCc mit seinen Rheinberger Mitgliedern hat sich bereits mehrfach erfolgreich beteiligt. Der VbCc möchte hiermit erneut seine Rheinberger Mitglieder dazu aufrufen, ihr Umweltbewusstsein zu beweisen: MACHEN SIE MIT am
Samstag, 6. März 2004 / 9.00 Uhr
Treffpunkt: Feuerwehrstation im Ortsteil Ossenberg (Graf-Luitpold-Straße)
Für Arbeitshandschuhe aus PVC hat der PVC-Hersteller SolVin gesorgt.

2.    So unterhaltsam kann Chemie sein: Experimentalvortrag zur Chlorchemie
Vielleicht erinnern Sie sich: Der VbCc hatte im Juni 2003 anlässlich des „Jahres der Chemie“ Prof. Dr. Gerd Meyer, Direktor des Instituts Anorganische Chemie Köln, eingeladen zu einem Experimentalvortrag „Natrium, Chlor und seine Verwandten“. Der Vortrag mit seinen anschaulichen Experimenten stieß seinerzeit auf begeisterte Zuhörer. Das Rheinberger Unternehmen Solvay lädt deshalb Prof. Meyer zu einer Wiederholung ein, um vor allem Auszubildenden und dem Chemieleistungskurs des Rheinberger Gymnasiums die Chlorchemie anschaulich darzulegen.
Der Vortrag findet statt am 23. April 2004, 11.00 Uhr, in der Ausbildungsabteilung des Solvay-Werkes Rheinberg.
VbCc-Mitglieder, die noch nicht dabei waren, sind herzlich eingeladen.

3.    Kein PVC-Fenster: hohe Kosten
Im BBB102003 (Bundesbaublatt Oktober 2003, siehe auch www.bundesbaublatt.de) berichtet der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Fritz Jurtschat aus Hagen über eine „Schadensanalyse in einer Niedrigenergiehaus-Siedlung“.
Diese Siedlung war in „ökologischer Bauweise“ erstellt worden und zeigte bereits zwei Jahre nach Fertigstellung erste Schäden an Fenstern und Fassaden. Beides war in Holz erstellt worden – offenbar aber mit einer Reihe von Fehlern: Holzsorte nicht trocken genug, falsche Farbbeschichtung, unglückliche Verarbeitung usw.
Kein Wunder, wenn schon nach so kurzer Zeit Mängel auftragen. Der Autor: „Die oft zitierte «natürliche, biologische Abbaubarkeit» fängt am Tage nach der Montage an“.
Die Holzfenster und –fassaden der Siedlung mussten renoviert werden, was 752 000 € kostete. Darin enthalten sind der totale Austausch von 140 Fenstern (ca. 1/10 aller Fenster) zu Gesamtkosten von 115 000 €. Pro Fenster also 820 € – sie sind jetzt aus Merantiholz! Hätte man mit PVC gebaut, hätte man sich viel Geld und Ärger ersparen können.

4.    PVC in Dänemark und den Niederlanden: Trends dafür und dagegen
Seit 2000 hatte Dänemark eine PVC-Steuer. Die Erfinder dieser Steuer wollten damit „PVC-freie“ Produkte fördern. Die jetzige dänische Regierung hat im August 2003 einen Gesetzesantrag im Parlament eingebracht, die PVC-Steuer wenigstens für Hart-PVC aufzuheben. Als Grund hierfür werden die erfolgreichen Bemühungen der PVC-Industrie zum Recycling genannt. Insgesamt ein erster Schritt in die richtige Richtung! Protest kommt natürlich von Greenpeace.
In den Niederlanden dagegen hat ein Gericht dem Sportschuhhersteller Asics das Recht gegeben, mit dem Begriff „PVC-frei“ zu werben. Die Chlorophilen – Schwesterverein des VbCc – hatten geklagt. Nur in einem Punkt hatte die Klage Erfolg: Asics zog vor der Verhandlung folgende Werbeaussage zurück: „Asics nimmt Rücksicht auf die Umwelt und verwendet kein gefährliches PVC“. Es zeigt sich erneut, dass die Kenntnisse über die umweltfreundlichen Eigenschaften des PVC noch nicht überall gewürdigt werden. Ein Grund, weiter mit dem VbCc, anderen Verbänden, Vereinen und Unternehmen aktiv zu bleiben!

5.    Trinkwasserrohre aus PVC: Falsche Aussagen wurden zurückgezogen
Anlässlich der ISH’03, der Frankfurter Fachmesse für Sanitär- und Heizungsbautechnik war ein Rohrhersteller mit der Aussage: „Wasserrohre ohne umweltschädlichem PVC sind zukunftsträchtige Produkte“. Mit diesen Aussagen wurden Rohre aus einem anderen Kunststoff beworben.
Durch gemeinsame Bemühungen von Verbänden und Firmen ist es gelungen, das betreffende Unternehmen zu einer Unterlassungserklärung zu bewegen.

6.    EU bestätigt: Es gibt sichere Weichmacher für PVC
Seit Jahren befassen sich die EU-Behörden mit der Frage der Sicherheit bei Herstellung, Verarbeitung und Nutzung von PVC-Weichmachern. Speziell mit der wichtigsten Gruppe, den so genannten „Phthalaten“. Geläufige Abkürzungen dieser Produkte sind DOP (auch DEHP), DINP und DIDP.
Dieses so genannte Risk Assessment (Risiko-Abschätzung) ist bereits abgeschlossen für DINP und DIDP. Hier sind keine speziellen Auflagen notwendig. Soeben haben die EU-Wissenschaftler aus 15 Ländern das Ergebnis für DOP bekräftigt: DOP verursacht kein Risiko für die Allgemeinheit, weshalb dort keine besonderen Maßnahmen getroffen werden müssen. Es ist noch eine zu klärende Frage, ob DOP im Spielzeug- und im Medikalsektor besondere Risiken verursacht. Weiterhin sollen noch die möglichen Belastungen bei Herstellung und Verarbeitung des DOP genauer geprüft werden.
Alles in Allem: Die Weichmacherdiskussion wird allmählich sachlicher! Der VbCc wird sich aktiv beteiligen, damit diese aktuellen Erkenntnisse auch in Deutschland (Stiftung Warentest, Ökotest usw.) berücksichtigt werden. 

7.    Umweltschutz zu teuer
Deutsche sind immer weniger bereit, mehr Geld für umweltfreundliche Produkte auszugeben. Hatten sich 1998 noch 54 Prozent dazu bereit erklärt, waren es diesmal nur noch 43 Prozent. Das ist das Ergebnis einer 2003 veröffentlichten Studie der Verlage Bauer und Springer.
(Quelle: dpa).

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Hergesteld: 10. April 2004.

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