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Informationsbrief Nr. 2/2004Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. HuterPostfach 101123, 47476 Rheinberg Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012 |
2. So
unterhaltsam kann Chemie sein: Experimentalvortrag zur Chlorchemie
Vielleicht erinnern Sie sich: Der VbCc hatte im Juni 2003
anlässlich des „Jahres der Chemie“ Prof. Dr. Gerd Meyer, Direktor
des Instituts Anorganische Chemie Köln, eingeladen zu einem
Experimentalvortrag „Natrium, Chlor und seine Verwandten“. Der Vortrag
mit seinen anschaulichen Experimenten stieß seinerzeit auf
begeisterte Zuhörer. Das Rheinberger Unternehmen Solvay lädt
deshalb Prof. Meyer zu einer Wiederholung ein, um vor allem
Auszubildenden und dem Chemieleistungskurs des Rheinberger Gymnasiums
die Chlorchemie anschaulich darzulegen.
Der Vortrag findet statt am 23. April 2004,
11.00 Uhr, in der Ausbildungsabteilung des Solvay-Werkes
Rheinberg.
VbCc-Mitglieder, die noch nicht dabei waren, sind herzlich eingeladen.
3. Kein PVC-Fenster:
hohe Kosten
Im BBB102003 (Bundesbaublatt Oktober 2003, siehe auch
www.bundesbaublatt.de) berichtet der öffentlich bestellte und
vereidigte Sachverständige Fritz Jurtschat aus Hagen über
eine „Schadensanalyse in einer Niedrigenergiehaus-Siedlung“.
Diese Siedlung war in „ökologischer Bauweise“ erstellt worden und
zeigte bereits zwei Jahre nach Fertigstellung erste Schäden an
Fenstern und Fassaden. Beides war in Holz erstellt worden – offenbar
aber mit einer Reihe von Fehlern: Holzsorte nicht trocken genug,
falsche Farbbeschichtung, unglückliche Verarbeitung usw.
Kein Wunder, wenn schon nach so kurzer Zeit Mängel auftragen. Der
Autor: „Die oft zitierte «natürliche, biologische
Abbaubarkeit» fängt am Tage nach der Montage an“.
Die Holzfenster und –fassaden der Siedlung mussten renoviert werden,
was 752 000 € kostete. Darin enthalten sind der totale Austausch von
140 Fenstern (ca. 1/10 aller Fenster) zu Gesamtkosten von 115 000 €.
Pro Fenster also 820 € – sie sind jetzt aus Merantiholz! Hätte man
mit PVC gebaut, hätte man sich viel Geld und Ärger ersparen
können.
4. PVC in
Dänemark und den Niederlanden: Trends dafür und dagegen
Seit 2000 hatte Dänemark eine PVC-Steuer. Die Erfinder dieser
Steuer wollten damit „PVC-freie“ Produkte fördern. Die jetzige
dänische Regierung hat im August 2003 einen Gesetzesantrag im
Parlament eingebracht, die PVC-Steuer wenigstens für Hart-PVC
aufzuheben. Als Grund hierfür werden die erfolgreichen
Bemühungen der PVC-Industrie zum Recycling genannt. Insgesamt ein
erster Schritt in die richtige Richtung! Protest kommt natürlich
von Greenpeace.
In den Niederlanden dagegen hat ein Gericht dem Sportschuhhersteller
Asics das Recht gegeben, mit dem Begriff „PVC-frei“ zu werben. Die
Chlorophilen – Schwesterverein des VbCc – hatten geklagt. Nur in einem
Punkt hatte die Klage Erfolg: Asics zog vor der Verhandlung folgende
Werbeaussage zurück: „Asics nimmt Rücksicht auf die Umwelt
und verwendet kein gefährliches PVC“. Es zeigt sich erneut, dass
die Kenntnisse über die umweltfreundlichen Eigenschaften des PVC
noch nicht überall gewürdigt werden. Ein Grund, weiter mit
dem VbCc, anderen Verbänden, Vereinen und Unternehmen aktiv zu
bleiben!
5. Trinkwasserrohre
aus PVC: Falsche Aussagen wurden zurückgezogen
Anlässlich der ISH’03, der Frankfurter Fachmesse für
Sanitär- und Heizungsbautechnik war ein Rohrhersteller mit der
Aussage: „Wasserrohre ohne umweltschädlichem PVC sind
zukunftsträchtige Produkte“. Mit diesen Aussagen wurden Rohre aus
einem anderen Kunststoff beworben.
Durch gemeinsame Bemühungen von Verbänden und Firmen ist es
gelungen, das betreffende Unternehmen zu einer
Unterlassungserklärung zu bewegen.
6. EU
bestätigt: Es gibt sichere Weichmacher für PVC
Seit Jahren befassen sich die EU-Behörden mit der Frage der
Sicherheit bei Herstellung, Verarbeitung und Nutzung von
PVC-Weichmachern. Speziell mit der wichtigsten Gruppe, den so genannten
„Phthalaten“. Geläufige Abkürzungen dieser Produkte sind DOP
(auch DEHP), DINP und DIDP.
Dieses so genannte Risk Assessment (Risiko-Abschätzung) ist
bereits abgeschlossen für DINP und DIDP. Hier sind keine
speziellen Auflagen notwendig. Soeben haben die EU-Wissenschaftler aus
15 Ländern das Ergebnis für DOP bekräftigt: DOP
verursacht kein Risiko für die Allgemeinheit, weshalb dort keine
besonderen Maßnahmen getroffen werden müssen. Es ist noch
eine zu klärende Frage, ob DOP im Spielzeug- und im Medikalsektor
besondere Risiken verursacht. Weiterhin sollen noch die möglichen
Belastungen bei Herstellung und Verarbeitung des DOP genauer
geprüft werden.
Alles in Allem: Die Weichmacherdiskussion wird allmählich
sachlicher! Der VbCc wird sich aktiv beteiligen, damit diese aktuellen
Erkenntnisse auch in Deutschland (Stiftung Warentest, Ökotest
usw.) berücksichtigt werden.
7. Umweltschutz
zu teuer
Deutsche sind immer weniger bereit, mehr Geld für
umweltfreundliche Produkte auszugeben. Hatten sich 1998 noch 54 Prozent
dazu bereit erklärt, waren es diesmal nur noch 43 Prozent. Das ist
das Ergebnis einer 2003 veröffentlichten Studie der Verlage Bauer
und Springer.
(Quelle: dpa).
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Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 10. April 2004.

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