 |
Informationsbrief Nr. 4/2004
Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.
Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. Huter
Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V. (VbCc. e.V.)
Postfach 101123, 47476 Rheinberg
Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.:
201884012
|
Rheinberg, 1. Juli 2004
1. Besichtigung
Die nächste Exkursion geht zu Solvay nach Rheinberg. Dort wird die
soeben eröffnete neue Elektrolyse besichtigt, die nach dem
modernen Membranverfahren arbeitet.
Termin:
Donnerstag, 5. August 2004.
Anmeldung nur schriftlich mit beiliegendem Vordruck. Die Teilnehmerzahl
ist auf 20 begrenzt.
2. EU-Chemikaliengesetzgebung: „Reach“
weiter in der Diskussion
Am 20. April 2004 boten die drei Verbände VDI (Verband Deutscher
Ingenieure), VKE (Verband Kunststofferzeugende Industrie) und GKV
(Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie) das Forum für
eine Diskussion über Reach (siehe auch VbCc-Infobrief Nr. 3/2004).
Der VbCc beteiligte sich mit zwei Vertretern.
Zunächst berichtete Dr. Baunemann (VKE) über das Ergebnis
eines Planspieles, das bei mittelständischen Verarbeitern
durchgeführt wurde, um die Auswirkungen von Reach zu testen. Der
Aufwand für die Erfüllung der Reach-Forderungen steht in
keinem Verhältnis zum gewünschten Umweltfortschritt – so das
Ergebnis. Die Landesregierung NRW (incl. Frau Höhn,
Umweltministerin) fordert deutliche Verbesserungen des
Gesetzesvorhabens. Für den VbCc ist klar, dass die
PVC-Verarbeitung mit der Vielfalt an Additiven stark behindert
würde.
Die zwei anwesenden Kandidaten für das EU-Parlament, die Herren
Dr. Pieper (CDU) und Dr. Loos (SPD), zeigten sich verständnisvoll:
Bei den heutigen Laborkapazitäten würde die
Reach-Prüfung der Chemikalien 48 Jahre dauern! Beide Politiker
wollen sich deshalb für die „Zähmung“ von Reach einsetzen.
3. Chlorchemie ist überall – auch
bei Norske Skog
Der VbCc besuchte am 25. März das Papierwerk Walsum von Norske
Skog. Hier produzieren 2 Papiermaschinen jährlich ca. 450 000 t
LWC-Papier. LWC-Papier – light weight coated – Papier, so der
Papieringenieur in seiner Fachsprache, ist hierbei das hochwertige,
leichtgewichtige, zweiseitig gestrichene Rollendruckpapier für
Magazine, Kataloge, Prospekte. Bevor es aber soweit ist, muss erst der
Rohstoff Holzschnitzel nach Schleifen, Refining gemeinsam mit dem
Rohstoff Zellstoff den Papiermaschinen zugeführt werden. Dort
entsteht aus dem Faserbrei mit 99 % Wasser in der Siebpartie durch
Entwässern die Blattbildung, gefolgt von Trocknung, Glättung,
ggf. Streichen und Satinieren und damit schließlich die
Herstellung von schier endlosen Papierbahnen.
Während des Rundganges hatten die VbCc-Besucher Gelegenheit, viele
Fragen an ihre Begleiter zu richten. „Umweltschutz wird bei uns
groß geschrieben: Die Holzschnitzel stammen von Bäumen aus
heimischen Wäldern und sind ausschließlich Zwangsanfall aus
der Verarbeitung von Baumholz“, so eine Antwort. Oder: „Wir arbeiten
ständig daran, den Frischwasserverbrauch zu verringern. Das meiste
Wasser wird im Kreis geführt.“ Interessant war zu erfahren, dass
Ökologie mit Augenmaß auch ökonomischen Vorteil
bedeuten kann: So hat das so genannte TMP-Verfahren, das zur
Aufarbeitung der Holzschnitzel nur Temperatur und mechanische Energie
benötigt, auch Kostenvorteile gegenüber dem CP-Verfahren mit
seinem hohen Bedarf an Chemikalien. Natürlich wird Chlor als sehr
wirksames und kostengünstiges Mittel zur Bakterienbekämpfung
bei der Wasserbehandlung eingesetzt. Der VbCc fühlte sich wieder
einmal bestätigt: Chlorchemie ist (fast) überall!
Am Ende der Exkursion war allen deutlich bewusst geworden, dass Papier
ein wichtiger und auch zukunftsträchtiger Werkstoff ist, dessen
Herstellung und Verarbeitung gut entwickeltes Wissen verlangt.
4. Staubbelastung von Innenräumen
minimieren: PVC-Bodenbeläge vorteilhaft
Eine Studie der Stanford University in Kalifornien (USA) befasste sich
mit der Belastung des Menschen in Wohnräumen durch Stäube.
Stäube werden z. B. durch Rauchen und Kochen erzeugt und werden z.
B. durch Herumlaufen und Staubsaugen (!) weiter verbreitet. Feinteilige
Staubpartikel (einige µm Durchmesser) können bei dafür
empfindlichen Menschen Herz- und Lungenbeschwerden auslösen
(Asthma …).
Die Messungen der Forschungsgruppe zeigten die Möglichkeiten auf,
wie sich die Staubbelastung durch optimierte Bauprodukte vermindern
lässt. Für Fußböden empfehlen sie glatte
Oberflächen wie z. B. Holz- oder PVC-Böden. Teppichböden
emittieren 10-mal so viele Staubpartikel wie glatte Böden.
Quelle: A. R. Ferro et al.: Source strengths for indoor human
acitivities that resuspend particulate matter. Environmental Science
and Technology (zitiert aus Nature, 6.02.2004).
5. In eigener Sache: Bankeinzug
Mitgliedsbeiträge 2003
Alle diejenigen, die dem VbCc freundlicherweise eine
Einzugsermächtigung erteilt hatten, haben ja wahrscheinlich
bereits bemerkt, dass der Mitgliedsbeitrag 2003 nicht wie gewohnt im
Dezember letzten Jahres eingezogen wurde. Wir hatten noch auf ein
angekündigtes Software-Release unserer Bank warten wollen, aber
auch die in unserer Freizeit zu aktualisierende Mitgliederdatei
verzögerte sich aus verschiedensten Gründen. Dafür
bitten wir um Verständnis. Wir werden den Mitgliedbeitrag 2003
daher erst Mitte Juli 2004 einziehen lassen. Die Kassenlage des VbCc
ist Dank sparsamer Haushaltsführung nach wie vor
äußerst solide. In diesem Zusammenhang bitten wir alle
Mitglieder, die seit Dezember 2002 Ihre Bankverbindung geändert
haben, uns dieses noch rechtzeitig mitzuteilen. Leider schmälern
die individuellen Kosten für die in jedem Jahr in nicht
unerheblicher Anzahl zu verbuchenden Rücklastschriften die
Einnahmen des VbCc (günstiger Jahresbeitrag!).
6. Alte Weisheit – noch heute
gültig
Charles de Tocqueville (1805 – 1859), französischer Politiker und
Publizist:
„Das Publikum wird
eher die einfache Lüge als die komplizierte Wahrheit glauben.“

Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 3. Juni 2004.
Welcome page

Nach die Hauptseite der Verantwordungsbewußte Chlorchemie
Verantwortungsbewußte Chlorchemie Info
03/04
Für irgend welche Kommentar über diese oder andere
VbCc/Chlorophiles Seiten:
chlorophiles@pandora.be