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Informationsbrief Nr. 6/2003Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. HuterPostfach 101123, 47476 Rheinberg Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012 |
1.
Mitgliederversammlung
Wie bereits angekündigt, findet die diesjährige
Mitgliederversammlung statt am 6. November 2003, 16.00 Uhr im
Solvay-Clubhaus Rheinberg.
Die Themen:
TOP 1 Bericht des Vorstandes
TOP 2 Kassenbericht
TOP 3 R. Louwagie: Bericht über Aktivitäten
der Internationalen Chlorophilen
TOP 4 Geplante Aktivitäten in 2004
TOP 5 Sonstiges
Gäste sind willkommen! Getränke und Brötchen werden
kostenlos angeboten.
2. Besuchsfahrt
Die nächste Informationsfahrt geht zur Thyssen-Krupp Stahl AG in
Duisburg. Zur Stahlherstellung ist das Chlorchemie-Produkt Soda
notwendig. Wir werden dort besichtigen: Hochofen, Stahlwerk,
Warmbandwerk und Feuerbeschichtung. Anschließend wird ein
Imbiß gereicht.
Termin: Mittwoch, 10.
Dezember 2003
Anmeldung nur schriftlich mit beiliegendem Vordruck. Die Teilnehmerzahl
ist begrenzt auf 20 Personen.
3. Was schützt
der deutsche Verbraucherverband?
Die EU-Kommission hat einen 1200-seitigen Vorschlag für ein neues
Chemikaliengesetz vorgelegt. Unter dem Schlagwort REACH ist vorgesehen,
dass „alle“ existierenden Chemikalien und auch Neuentwicklungen einem
aufwändigen Prüfungs- und Zulassungsverfahren unterworfen
werden sollen. Die Präsidentin der Verbraucherzentrale
Bundesverband (VZBV), Frau Edda Müller, stützt dieses
Gesetzesvorhaben und sprach in einer Pressemittelung vom 22.7.03 von
einem Skandal, „dass 99 Prozent der in der EU vermarkteten
Chemikalienmenge aus Stoffen bestehe, die nie ein offizielles
Anmeldungsverfahren durchlaufen haben“.
Die Verbraucherzentralen-Chefin Müller sollte mal erklären,
wie sie auf diese Prozentzahl kommt. Die überwiegende Zahl an
Chemikalien wird nie an den „Verbraucher“ verkauft. Die meisten
Chemikalien werden in Betrieben verarbeitet, wo
Arbeitsplatzvorschriften, behördliche Auflagen etc eingehalten
werden.
Das Endprodukt hat mit der „Chemikalie“ dann nichts mehr zu tun. So
wird z. B. die Chemikalie Epichlorhydrin zur Herstellung von
Flügeln für Windenergieanlagen genutzt. Der „Verbraucher“
bekommt höchstens einen Stromschlag durch den Ökostrom, wenn
er in seinem Hause unsachgemäß Elektrogeräte handhabt,
mit Epichlorhydrin kommt er nicht in Berührung. Der EU-Bürger
muss wissen, dass ihn die REACH-Regelung in 10 Jahren mehr als 30 Mrd.
Euro kosten wird (Schätzung der EU-Behörde selbst!). Ein
riesiger Aufwand für einen – so Kenner der Materie – geringen
Fortschritt an Sicherheit.
Wir fordern die deutschen Politiker auf, nicht der ideologischen
Haltung von Frau Edda Müller zu folgen, sondern sich für eine
sachbezogene Änderung von REACH einzusetzen. Andernfalls sind in
Deutschland 2,35 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr (Studie von
Arthur D. Little, siehe Chemie-Report 5/6.2003). Schützt der
deutsche Verbraucherverband wirklich die Deutschen? (Anmerkung: ein
seit kurzem vorliegender neuer Entwurf für das neue
Chemikaliengesetz geht erste kleine Schritte in die richtige Richtung).
4. Rotes Licht
für Greenpeace
Es regt sich Widerstand gegen die Organisation Greenpeace, die weltweit
mit dem Anspruch auftritt, zu ökologischen (und häufig auch
anderen) Themen im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein. Anlass war
ein Demonstrationszug in New York, der sich gegen schädliche
Chemikalien richtete.
Core (Congress of Racial Equality) organisierte eine
Gegendemonstration. Core klagt Greenpeace an, dass Afrika durch die
Greenpeace-Maßnahmen arm, krank und unterentwickelt gehalten
wird.
Als ein Beispiel wurde das DDT-Verbot gebracht (siehe VbCc-Info
1/2001): 1996 gab Südafrika dem grünen Druck nach und verbot
die DDT-Nutzung zur Malariabekämpfung. Die Malariaerkrankungen
stiegen daraufhin um tausend Prozent, worauf im Jahre 2000 die Nutzung
von DDT wieder eingeführt wurde. Erfolg: In einem Jahr fiel die
Zahl der Erkrankten um 80 % in der am meisten betroffenen Provinz Kwa
Zulu Natal.
Wo liegen die Nebenwirkungen von DDT? Die These von der Verdünnung
von Vogeleierschalen ist widerlegt, ebenso die Krebserzeugung beim
Menschen. Und auch die Abbaubarkeit in der Natur ist heute erkannt.
Wann kommt die Menschheit zu einem sachlichen Umgang, d. h. auch der
Abwägung Nutzung/Schaden mit der Chlorchemikalie DDT?
5. Betriebskosten
bei Auswahl von Bodenbelägen wichtiger als der Preis
Die Fachzeitschrift „Stores & Shops“ berichtete, dass
Fußbodenbeläge mit ca. 2 % an den Baukosten eines
Geschäftes beteiligt sind. Über die Lebensdauer eines
Gebäudes hinweg läge ihr Anteil an den Betriebskosten jedoch
bei ca. 20 %. Dies sei doppelt so viel, wie der Anteil der Heiz- und
Stromkosten in der Regel ausmacht. Dieser Aspekt sollte daher bei der
Wahl des „richtigen“ Fußbodenbelages berücksichtigt werden.
Die Erfahrung zeigt, dass PVC-Böden pflegeleicht sind und deshalb
auch im Ladenbau vorteilhaft sind.
6. „Bio“ nicht immer
gut
Nachwachsende Werkstoffe, bioabbaubare Werkstoffe – jeder hat bereits
von diesen Stoffen gehört, die die klassischen Kunststoffe und
damit auch PVC verdrängen sollen. Aber nicht immer halten die
„Werkstoffe vom Acker“ das, was man sich vorher ausgedacht hat. Das
BIfA (Bayerisches Institut für Angewandte Umweltforschung und
–technik Augsburg) hat einen ökologischen Vergleich von
Verpackungschips aus Schaumpolystyrol (EPS) und solchen aus Stärke
gemacht.
Es zeigte sich, dass die Stärkechips zwar Vorteile bezüglich
Energieverbrauch und Schadstoffen haben. Aber: bei der vorgeschlagenen
Entsorgung von Stärkechips auf Deponien wird klimaschädliches
Methan freigesetzt. D. h. besser ist hier die Müllverbrennung.
EPS-Chips können dagegen verwertet werden.
Schlussfolgerung: Eine Medaille hat immer zwei Seiten, bessere und
schlechtere. Ähnliches gilt auch für Werkstoffe, seien sie
Kunststoffe oder Biowerkstoffe.
7. PVC ist Geld wert
Die indische Nationalbank beginnt, das bisher übliche Papiergeld
durch PVC-Geld zu ersetzen. Die Herstellung aus extra dünnen
PVC-Folien wird das Drucken von Falschgeld verhindern. Gleichzeitig
wird das PVC-Geld nicht so schnell schmutzig wie Papiergeld und kann
folglich länger in Verkehr bleiben.
Soeben wurde mit der Umstellung der 500-Rupien-Scheine begonnen, bis
2006 werden auch die 100- und 50-Rupien-Scheine aus PVC-Folie sein.
Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 10. April 2004.

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