Informationsbrief Nr. 6/2003

Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.

Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. Huter

Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V. (VbCc. e.V.)
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Rheinberg, den 22. Okt. 2003

1.    Mitgliederversammlung
Wie bereits angekündigt, findet die diesjährige Mitgliederversammlung statt am 6. November 2003, 16.00 Uhr im Solvay-Clubhaus Rheinberg.
Die Themen:
TOP 1    Bericht des Vorstandes
TOP 2    Kassenbericht
TOP 3    R. Louwagie: Bericht über Aktivitäten der Internationalen Chlorophilen
TOP 4    Geplante Aktivitäten in 2004
TOP 5    Sonstiges
Gäste sind willkommen! Getränke und Brötchen werden kostenlos angeboten.

2.    Besuchsfahrt
Die nächste Informationsfahrt geht zur Thyssen-Krupp Stahl AG in Duisburg. Zur Stahlherstellung ist das Chlorchemie-Produkt Soda notwendig. Wir werden dort besichtigen: Hochofen, Stahlwerk, Warmbandwerk und Feuerbeschichtung. Anschließend wird ein Imbiß gereicht.
Termin:    Mittwoch, 10. Dezember 2003
Anmeldung nur schriftlich mit beiliegendem Vordruck. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 20 Personen.

3.    Was schützt der deutsche Verbraucherverband?
Die EU-Kommission hat einen 1200-seitigen Vorschlag für ein neues Chemikaliengesetz vorgelegt. Unter dem Schlagwort REACH ist vorgesehen, dass „alle“ existierenden Chemikalien und auch Neuentwicklungen einem aufwändigen Prüfungs- und Zulassungsverfahren unterworfen werden sollen. Die Präsidentin der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Frau Edda Müller, stützt dieses Gesetzesvorhaben und sprach in einer Pressemittelung vom 22.7.03 von einem Skandal, „dass 99 Prozent der in der EU vermarkteten Chemikalienmenge aus Stoffen bestehe, die nie ein offizielles Anmeldungsverfahren durchlaufen haben“.
Die Verbraucherzentralen-Chefin Müller sollte mal erklären, wie sie auf diese Prozentzahl kommt. Die überwiegende Zahl an Chemikalien wird nie an den „Verbraucher“ verkauft. Die meisten Chemikalien werden in Betrieben verarbeitet, wo Arbeitsplatzvorschriften, behördliche Auflagen etc eingehalten werden.
Das Endprodukt hat mit der „Chemikalie“ dann nichts mehr zu tun. So wird z. B. die Chemikalie Epichlorhydrin zur Herstellung von Flügeln für Windenergieanlagen genutzt. Der „Verbraucher“ bekommt höchstens einen Stromschlag durch den Ökostrom, wenn er in seinem Hause unsachgemäß Elektrogeräte handhabt, mit Epichlorhydrin kommt er nicht in Berührung. Der EU-Bürger muss wissen, dass ihn die REACH-Regelung in 10 Jahren mehr als 30 Mrd. Euro kosten wird (Schätzung der EU-Behörde selbst!). Ein riesiger Aufwand für einen – so Kenner der Materie – geringen Fortschritt an Sicherheit.
Wir fordern die deutschen Politiker auf, nicht der ideologischen Haltung von Frau Edda Müller zu folgen, sondern sich für eine sachbezogene Änderung von REACH einzusetzen. Andernfalls sind in Deutschland 2,35 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr (Studie von Arthur D. Little, siehe Chemie-Report 5/6.2003). Schützt der deutsche Verbraucherverband wirklich die Deutschen? (Anmerkung: ein seit kurzem vorliegender neuer Entwurf für das neue Chemikaliengesetz geht erste kleine Schritte in die richtige Richtung).

4.    Rotes Licht für Greenpeace
Es regt sich Widerstand gegen die Organisation Greenpeace, die weltweit mit dem Anspruch auftritt, zu ökologischen (und häufig auch anderen) Themen im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein. Anlass war ein Demonstrationszug in New York, der sich gegen schädliche Chemikalien richtete.
Core (Congress of Racial Equality) organisierte eine Gegendemonstration. Core klagt Greenpeace an, dass Afrika durch die Greenpeace-Maßnahmen arm, krank und unterentwickelt gehalten wird.
Als ein Beispiel wurde das DDT-Verbot gebracht (siehe VbCc-Info 1/2001): 1996 gab Südafrika dem grünen Druck nach und verbot die DDT-Nutzung zur Malariabekämpfung. Die Malariaerkrankungen stiegen daraufhin um tausend Prozent, worauf im Jahre 2000 die Nutzung von DDT wieder eingeführt wurde. Erfolg: In einem Jahr fiel die Zahl der Erkrankten um 80 % in der am meisten betroffenen Provinz Kwa Zulu Natal.
Wo liegen die Nebenwirkungen von DDT? Die These von der Verdünnung von Vogeleierschalen ist widerlegt, ebenso die Krebserzeugung beim Menschen. Und auch die Abbaubarkeit in der Natur ist heute erkannt.
Wann kommt die Menschheit zu einem sachlichen Umgang, d. h. auch der Abwägung Nutzung/Schaden mit der Chlorchemikalie DDT?

5.    Betriebskosten bei Auswahl von Bodenbelägen wichtiger als der Preis
Die Fachzeitschrift „Stores & Shops“ berichtete, dass Fußbodenbeläge mit ca. 2 % an den Baukosten eines Geschäftes beteiligt sind. Über die Lebensdauer eines Gebäudes hinweg läge ihr Anteil an den Betriebskosten jedoch bei ca. 20 %. Dies sei doppelt so viel, wie der Anteil der Heiz- und Stromkosten in der Regel ausmacht. Dieser Aspekt sollte daher bei der Wahl des „richtigen“ Fußbodenbelages berücksichtigt werden.
Die Erfahrung zeigt, dass PVC-Böden pflegeleicht sind und deshalb auch im Ladenbau vorteilhaft sind.

6.    „Bio“ nicht immer gut
Nachwachsende Werkstoffe, bioabbaubare Werkstoffe – jeder hat bereits von diesen Stoffen gehört, die die klassischen Kunststoffe und damit auch PVC verdrängen sollen. Aber nicht immer halten die „Werkstoffe vom Acker“ das, was man sich vorher ausgedacht hat. Das BIfA (Bayerisches Institut für Angewandte Umweltforschung und –technik Augsburg) hat einen ökologischen Vergleich von Verpackungschips aus Schaumpolystyrol (EPS) und solchen aus Stärke gemacht.
Es zeigte sich, dass die Stärkechips zwar Vorteile bezüglich Energieverbrauch und Schadstoffen haben. Aber: bei der vorgeschlagenen Entsorgung von Stärkechips auf Deponien wird klimaschädliches Methan freigesetzt. D. h. besser ist hier die Müllverbrennung. EPS-Chips können dagegen verwertet werden.
Schlussfolgerung: Eine Medaille hat immer zwei Seiten, bessere und schlechtere. Ähnliches gilt auch für Werkstoffe, seien sie Kunststoffe oder Biowerkstoffe.

7.    PVC ist Geld wert
Die indische Nationalbank beginnt, das bisher übliche Papiergeld durch PVC-Geld zu ersetzen. Die Herstellung aus extra dünnen PVC-Folien wird das Drucken von Falschgeld verhindern. Gleichzeitig wird das PVC-Geld nicht so schnell schmutzig wie Papiergeld und kann folglich länger in Verkehr bleiben.
Soeben wurde mit der Umstellung der 500-Rupien-Scheine begonnen, bis 2006 werden auch die 100- und 50-Rupien-Scheine aus PVC-Folie sein.

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Hergesteld: 10. April 2004.

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