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Informationsbrief Nr. 4/2003Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. HuterPostfach 101123, 47476 Rheinberg Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012 |
1. "So unterhaltsam kann Chemie
sein": Experimentalvortrag zum Jahr der Chemie am 5. Juni 2003
in Rheinberg
Das Jahr 2003 ist das Jahr der Chemie. Aus diesem Anlass hatte der VbCc
zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen. Thema der Veranstaltung war
„Natrium, Chlor und Verwandtschaft“. Vortragende waren Professor Dr.
Gerd Meyer, Direktor des Instituts Anorganische Chemie, Köln, und
sein Assistent Hermann Krings. Es war klar, dass sich an die
interessanten Informationen noch eine lebhafte Diskussion anschloss. Der
VbCc-Vorsitzende Dr. H. Dillenburg dankte zum Abschluss Herrn Professor
Meyer für seinen engagierten Vortrag. Dillenburg gab seiner
Hoffnung Ausdruck, dass die Öffentlichkeit weiter zunehmendes
Interesse zeige an den Informationen des VbCc.
2. VbCc beim PVC-Hersteller Vestolit
Am 22. Mai 2003 war eine Gruppe von Mitgliedern im Chemiepark Marl
eingeladen. Es war interessant, Einblick zu gewinnen in diesen
weiträumigen Chemiebetrieb, der bedeutend im Bereich Chlorchemie
ist. Ausgehend von Salzsole, die über eine Pipeline aus Epe (bei
Ahaus) kommt, wird PVC in vielen Varianten hergestellt: Suspensions-,
Emulsions-, Mikrosuspensions- und Masse-PVC.
Die Herstellung von Weichmachern wurde besichtigt, wobei
anschließend über deren mögliche Risiken bei Herstellung
und Nutzung gesprochen wurde. Das Résumé war: Der
sachgerechte Einsatz von ausgewählten Weichmachern ist
ökologisch verantwortbar, sinnvoll und ökonomisch.
Insgesamt waren die Teilnehmer beeindruckt von den vielfältigen
Produkten und Dienstleistungen des Industrieparks; weiterhin auch von
der Geschichte seiner Entstehung und Entwicklung bis zur heutigen
Struktur.
3. Dänemark denkt um beim
Recycling
Das staatliche dänische Umweltamt IMV sagte im Dezember 2002 in
einer Pressenotiz: „Recycling ist nicht immer die beste Wahl für
die Umwelt.“ Anlass war eine Betrachtung des Papierabfallstromes. Die
Verbrennung von Abfallpapier könne ökoeffizienter sein als die
Verarbeitung zu Altpapier. Für Dänemark würde ein 5 %iger
Verbrennungsanteil in Müllkraftwerken zu einem
"sozioökonomischen Vorteil" von ca.1,2 Mio. € führen. Wir sind
gespannt, wann sich Dänemark entsprechend zur Kunststoffentsorgung
äußern wird.
4. Ist der „Gelbe Sack“ sinnvoll?
Die Akademie für Technikfolgenabschätzung in
Baden-Württemberg veröffentlichte soeben eine Studie über
den Nutzen des Gelben Sackes. In diesen Säcken sollen die mit dem
Grünen Punkt der DSD (Duales System Deutschland AG) ausgezeichneten
Verpackungen aus den Haushalten gesammelt und zur „Verwertung“ gebracht
werden. Die Akademie stellt fest, dass bis zu 50 % des Inhaltes nicht zu
den sammelfähigen Wertstoffen wie Kunststoffe, Glas, Metalle oder
Papier gehört. Die Schlussfolgerung ist, dass der Aufwand für
diese separate Sammlung von so genannten Wertstoffen sich nicht lohnt.
Im Jahre 2020 spätestens habe der Gelbe Sack ausgedient und statt
vieler separater Behälter im Haushalt gäbe es nur noch eine
Tonne für den gesamten Hausmüll. Die Prognose der Akademie:
Das gesamte Müllgemisch wird getrocknet, vollautomatisch sortiert
und die Reste schließlich energetisch genutzt – bei weniger
Aufwand und erniedrigten Kosten.
5. Baden-Baden wieder mit PVC
In Baden-Baden gab es bisher teilweise Verbote für
Abwasserleitungen aus PVC. Besonders störend empfanden die
Gemeinderäte auch die durch Eingemeindungen entstandene diffuse
Lage. Im März 2003 wurde dies bereinigt und u. a.
PVC-Abwasserleitungen zugelassen.
6. Leverkusen wieder mit PVC
Die Recyclingangebote und die Selbstverpflichtung der PVC-Branche haben
die Verantwortlichen der SPD und der CDU veranlasst, die Beschlüsse
über den Verzicht der Stadt Leverkusen von 1986 und 1990
aufzuheben. Stattdessen soll ein flexibler Umgang mit PVC praktiziert
werden: Bei vorhandenen kostenneutralen Alternativstoffen werden diese
eingesetzt, die im eigenen Zuständigkeitsbereich anfallenden
PVC-Abfälle werden dem Recycling zugeführt. Im Stichjahr 2010
wird die Verwaltung prüfen, ob die von der PVC-Industrie
eingegangenen Verpflichtungen eingehalten wurden.
7. Frankfurt bleibt stur
Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat nach eingehender Diskussion
beschlossen, an dem Magistrats-Beschluß von 1990 festzuhalten.
Dies bedeutet, dass die Stadt Frankfurt am Main sich nach wie vor
verpflichtet, auf die Verwendung PVC-haltiger Produkte in
städtischen Betrieben oder bei von der Stadt in Auftrag gegebenen
Bauten dort zu verzichten, wo Ersatzstoffe vorhanden und einsetzbar sind.
"Die Umsetzung dieses Magistrats-Beschlusses ist vor dem Hintergrund
der Selbstverantwortung des Magistrats für nachhaltiges und
kostengünstiges Bauen und Wirtschaften weiterhin
zeitgemäß", so die Stadt (Quelle: Stadt Frankfurt a.M. /
Baudezernat vom 27.2.2003).
(Quelle: KRV)

Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 2. August 2003.

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