Informationsbrief Nr. 1/2003

Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.

Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. Huter

Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V. (VbCc. e.V.)
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Rheinberg, den 16. Januar 2003
1. 2003
Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern einen guten Start ins Neue Jahr. Das Jahr 2003 hat für die Chemie und damit auch die Chlorchemie eine besondere Bedeutung: Der deutsche Chemiker Justus von Liebig wurde vor 200 Jahren geboren. Aus diesem Anlass haben die relevanten Chemieorganisationen das Jahr 2003 zum

Jahr der Chemie

ausgerufen. Details siehe Internet: www.jahr-der-chemie.de. Der VbCc wird sich daran beteiligen mit einem öffentlichen Vortrag zum Thema Chlorchemie. Voraussichtlicher Termin: Donnerstag, 5. Juni 2003, im Clubhaus Rheinberg. Bitte merken Sie sich jetzt schon das Datum vor.

2. Besuchsfahrt
Die erste Informationsfahrt in 2003 findet statt am Donnerstag, 6. März 2003. Ziel ist dieses Mal: Solvay – Werk Bad Hönningen.
Bitte benutzen Sie zur Anmeldung das beiliegende Blatt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 20 Personen. Über Ihre Teilnahme entscheidet der zeitliche Eingang Ihrer Anmeldung

3. Freiwillige Selbstverpflichtung
Die im Jahre 2000 unterzeichnete Freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Industrie beginnt, Auswirkungen zu zeigen. Das gilt besonders für den Plan, bis 2010 die PVC-Recyclingmengen um 200 000 t/Jahr zu steigern. Der PVC-Fenster und -Rohrbereich investieren in klassische Mahltechnik. Im Kabelbereich ist in 2002 in Ferrara eine nach dem Löseverfahren „VINYLOOP®“ arbeitende Anlage in Betrieb gegangen. Für Fußboden und Dachbahnen beginnt die Planung soeben in Bernburg, ebenfalls basierend auf der VINYLOOP®-Technik

Übrigens macht das europäische Beispiel Schule: In Australien veröffentlichte die dortige PVC-Industrie im November 2002 eine ähnliche Selbstverpflichtung.

4. PVC in Kommunen
PVC ist der wichtigste Kunststoff im Baubereich. Die Kommunen sind vielfältige Bauherren: Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Rathäuser usw. Leider waren in vielen Gemeinden in den vergangenen Jahren „PVC-Verbote“ erlassen worden. Auch der VbCc hat sich in seinem Umfeld für die Aufhebung solcher Verbote eingesetzt wie andere Verbände – z. B. die AgPU – auch. Hier gibt es sowohl Positives wie Negatives zu berichten: In Freiburg fand ein Antrag zur Aufhebung des PVC-Verbots im Stadtrat keine Mehrheit. Dagegen hob die Gemeinde Taunusstein das Verbot auf, und auch in der Stadt Bonn heißt es jetzt „zurück zum PVC-Einsatz“.
In einer der Begründungen heißt es: Fenster aus PVC seien preisgünstiger und haltbarer als solche aus Holz. Weiterhin verursache der bei Holz notwendige Anstrich hohe Folgekosten und verhindere das Recycling so behandelter Fenster. In der Ökobilanz von PVC-Fenstern mache sich auch die effizientere Wärmedämmung vorteilhaft.

5. Wildgänse tragen PVC
Die TV-Wissenschaftssendung „Planet Wissen“ (z. B. gesendet in BR Alpha, WDR, Südwest) zeigte vor kurzem einen Beitrag über Wildgänse, die am Niederrhein im Grenzgebiet Deutschland-Niederlande einen Ruheraum nutzen auf ihren zweimal im Jahr stattfindenden Zügen von Nord nach Süd und umgekehrt. Ornithologen nutzen diesen Ruheraum für Forschungen u. a. auch über die Zugwege. Bekanntlich werden Vögel beringt. Die Ringe sind mit den notwendigen Informationen gekennzeichnet.

Seit einigen Jahren werden hierfür Ringe aus PVC verwendet. Der Vorteil: PVC ist in unterschiedlichen Farben verfügbar und besonders witterungsstabil, weil die Ringe durch und durch gefärbt sind. Diese farbgekennzeichneten Ringe dienen auch aus großer Entfernung als Merkmal, ohne dass die Vögel gestört werden. Dabei hilft, dass die PVC-Ringe aufgrund des geringeren Gewichtes größer als Metallringe sein dürfen. Die PVC-Ringe haben sich im rauen Klima der Vogelwohngebiete bewährt. Erstmals wurden 1998 mit Hilfe von Solvay-Benelux in Bulgarien Schwarzkopfmöwen mit PVC-Ringen gekennzeichnet.

6. Wer stützt Greenpeace noch?
Greenpeace veröffentlichte seinen Jahresbericht für 2001. Demnach fördern derzeit 510 000 deutsche Mitbürger diese Organisation, das entspricht ca. 6 ‰ der Deutschen. Jeder deutsche Greenpeace-Förderer spendete ca. 70 €, so dass die Summe von 36 Mio. € erreicht wurde.
Greenpeace Deutschland umfasst ca. 1/5 der weltweiten Greenpeace-Aktivisten. ABER: Die Organisation Greenpeace steht nicht mehr so fest wie früher. Wurde vor einigen Jahren bereits das norwegische Büro geschlossen, so gab es später in Spanien Probleme zwischen Führung und Mitarbeitern. Aktuell scheint es einen Disput in Canada zwischen gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern und ihrem Arbeitsgeber Greenpeace zu geben.

7. Weniger Interesse an Umweltthemen
Das Interesse der Jugendlichen in Europa an Umweltthemen hat einer neuen Studie zufolge in den vergangenen fünf Jahren deutlich nachgelassen. Dies treffe auch auf die Angst vor Umweltschäden zu, berichtete die Marktforscherin Julia Fauth. Im Auftrag von Eurocard/Mastercard untersuchte sie im Jahr 2001 in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn das Umweltverhalten von 10- bis 17-Jährigen in den 15 EU-Ländern. Sahen 1996 noch 36 % der Befragten die Umwelt als sehr wichtiges Thema an, seien es nun nur noch 26 % gewesen. Parallel dazu habe die Angst vor zunehmender Umweltzerstörung abgenommen: Nur noch 20 % der Befragten statt 31 % im Jahr 1996 hätten sich dazu bekannt. Die Studie ist im Internet unter http://european-consumers.de zu finden.

8. Verpackungsrichtlinie auf dem Prüfstand
Die EU will die bisher gültige Verpackungsrichtlinie überarbeiten. Besonders kontrovers wird die Erhöhung der bisher gültigen Recyclingquote der Kunststoffverpackungen von 15 % diskutiert. Die bisher erreichte Quote schwankt von 4 % (Irland, Portugal) bis zu 51 % (Deutschland). In der Recyclingquote ist die energetische Nutzung in Müllkraftwerken nicht enthalten. Gerade die nordischen EU-Länder Dänemark und Schweden liegen hier vorne mit 76 bzw. 62 %, während die Recyclingquote dort bei nur 9 bzw. 17 % liegt.
Der europäische Kunststoffverband APME hat die vielen verfügbaren Studien und Erkenntnisse zusammengetragen: „Wo ökoeffizientes Recycling nicht verfügbar ist, kann gemischter Kunststoffabfall sauber und sicher energetisch genutzt werden und ersetzt dabei Erdgas/Erdöl/Kohle. Im schwedischen Göteborg z. B. wird mehr als 70 % der Stadt mit Hausmüll beheizt.“
Die EU will aber derzeit immer noch möglichst hohe Recyclingquoten festschreiben; zur Zeit sind mehr als 22,5 % die Kompromisslinie. Trotz guter Erfahrungen mit Müllkraftwerken müssten Kunststoffe in Dänemark und Schweden aus dem Hausmüllstrom herausgenommen werden, um dann die bisher damit hergestellte Energie aus Erdgas/Erdöl/Kohle herzustellen. Wo liegt da die Logik?

9. Vereinfachung des Versandes
Wir versenden bereits an viele Mitglieder den VbCc-Informationsbrief per e-mail. Falls Sie noch nicht dazu gehören, aber eine E-Mail-Adresse haben, möchten wir Sie bitten, uns diese mitzuteilen an: rita.foehlinger@solvay.com.

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Hergesteld: 1. Februar 2003.
Letzte änderung: 1. Juni 2003.

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