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Informationsbrief Nr. 1/2003Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. HuterPostfach 101123, 47476 Rheinberg Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012 |
2. Besuchsfahrt
Die erste Informationsfahrt in 2003 findet statt am Donnerstag, 6.
März 2003. Ziel ist dieses Mal: Solvay – Werk Bad Hönningen.
Bitte benutzen Sie zur Anmeldung das beiliegende Blatt. Die Teilnehmerzahl
ist begrenzt auf 20 Personen. Über Ihre Teilnahme entscheidet der
zeitliche Eingang Ihrer Anmeldung
3. Freiwillige Selbstverpflichtung
Die im Jahre 2000 unterzeichnete Freiwillige Selbstverpflichtung der
europäischen PVC-Industrie beginnt, Auswirkungen zu zeigen. Das gilt
besonders für den Plan, bis 2010 die PVC-Recyclingmengen um 200 000
t/Jahr zu steigern. Der PVC-Fenster und -Rohrbereich investieren in klassische
Mahltechnik. Im Kabelbereich ist in 2002 in Ferrara eine nach dem Löseverfahren
„VINYLOOP®“ arbeitende Anlage in Betrieb gegangen. Für Fußboden
und Dachbahnen beginnt die Planung soeben in Bernburg, ebenfalls basierend
auf der VINYLOOP®-Technik
Übrigens macht das europäische Beispiel Schule: In Australien veröffentlichte die dortige PVC-Industrie im November 2002 eine ähnliche Selbstverpflichtung.
4. PVC in Kommunen
PVC ist der wichtigste Kunststoff im Baubereich. Die Kommunen sind
vielfältige Bauherren: Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser,
Rathäuser usw. Leider waren in vielen Gemeinden in den vergangenen
Jahren „PVC-Verbote“ erlassen worden. Auch der VbCc hat sich in seinem
Umfeld für die Aufhebung solcher Verbote eingesetzt wie andere Verbände
– z. B. die AgPU – auch. Hier gibt es sowohl Positives wie Negatives zu
berichten: In Freiburg fand ein Antrag zur Aufhebung des PVC-Verbots im
Stadtrat keine Mehrheit. Dagegen hob die Gemeinde Taunusstein das Verbot
auf, und auch in der Stadt Bonn heißt es jetzt „zurück zum PVC-Einsatz“.
In einer der Begründungen heißt es: Fenster aus PVC seien
preisgünstiger und haltbarer als solche aus Holz. Weiterhin verursache
der bei Holz notwendige Anstrich hohe Folgekosten und verhindere das Recycling
so behandelter Fenster. In der Ökobilanz von PVC-Fenstern mache sich
auch die effizientere Wärmedämmung vorteilhaft.
5. Wildgänse tragen PVC
Die TV-Wissenschaftssendung „Planet Wissen“ (z. B. gesendet in BR Alpha,
WDR, Südwest) zeigte vor kurzem einen Beitrag über Wildgänse,
die am Niederrhein im Grenzgebiet Deutschland-Niederlande einen Ruheraum
nutzen auf ihren zweimal im Jahr stattfindenden Zügen von Nord nach
Süd und umgekehrt. Ornithologen nutzen diesen Ruheraum für Forschungen
u. a. auch über die Zugwege. Bekanntlich werden Vögel beringt.
Die Ringe sind mit den notwendigen Informationen gekennzeichnet.
Seit einigen Jahren werden hierfür Ringe aus PVC verwendet. Der Vorteil: PVC ist in unterschiedlichen Farben verfügbar und besonders witterungsstabil, weil die Ringe durch und durch gefärbt sind. Diese farbgekennzeichneten Ringe dienen auch aus großer Entfernung als Merkmal, ohne dass die Vögel gestört werden. Dabei hilft, dass die PVC-Ringe aufgrund des geringeren Gewichtes größer als Metallringe sein dürfen. Die PVC-Ringe haben sich im rauen Klima der Vogelwohngebiete bewährt. Erstmals wurden 1998 mit Hilfe von Solvay-Benelux in Bulgarien Schwarzkopfmöwen mit PVC-Ringen gekennzeichnet.
6. Wer stützt Greenpeace noch?
Greenpeace veröffentlichte seinen Jahresbericht für 2001.
Demnach fördern derzeit 510 000 deutsche Mitbürger diese Organisation,
das entspricht ca. 6 ‰ der Deutschen. Jeder deutsche Greenpeace-Förderer
spendete ca. 70 €, so dass die Summe von 36 Mio. € erreicht wurde.
Greenpeace Deutschland umfasst ca. 1/5 der weltweiten Greenpeace-Aktivisten.
ABER: Die Organisation Greenpeace steht nicht mehr so fest wie früher.
Wurde vor einigen Jahren bereits das norwegische Büro geschlossen,
so gab es später in Spanien Probleme zwischen Führung und Mitarbeitern.
Aktuell scheint es einen Disput in Canada zwischen gewerkschaftlich organisierten
Mitarbeitern und ihrem Arbeitsgeber Greenpeace zu geben.
7. Weniger Interesse an Umweltthemen
Das Interesse der Jugendlichen in Europa an Umweltthemen hat einer
neuen Studie zufolge in den vergangenen fünf Jahren deutlich nachgelassen.
Dies treffe auch auf die Angst vor Umweltschäden zu, berichtete die
Marktforscherin Julia Fauth. Im Auftrag von Eurocard/Mastercard untersuchte
sie im Jahr 2001 in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn das Umweltverhalten
von 10- bis 17-Jährigen in den 15 EU-Ländern. Sahen 1996 noch
36 % der Befragten die Umwelt als sehr wichtiges Thema an, seien es nun
nur noch 26 % gewesen. Parallel dazu habe die Angst vor zunehmender Umweltzerstörung
abgenommen: Nur noch 20 % der Befragten statt 31 % im Jahr 1996 hätten
sich dazu bekannt. Die Studie ist im Internet unter http://european-consumers.de
zu finden.
8. Verpackungsrichtlinie auf dem Prüfstand
Die EU will die bisher gültige Verpackungsrichtlinie überarbeiten.
Besonders kontrovers wird die Erhöhung der bisher gültigen Recyclingquote
der Kunststoffverpackungen von 15 % diskutiert. Die bisher erreichte Quote
schwankt von 4 % (Irland, Portugal) bis zu 51 % (Deutschland). In der Recyclingquote
ist die energetische Nutzung in Müllkraftwerken nicht enthalten. Gerade
die nordischen EU-Länder Dänemark und Schweden liegen hier vorne
mit 76 bzw. 62 %, während die Recyclingquote dort bei nur 9 bzw. 17
% liegt.
Der europäische Kunststoffverband APME hat die vielen verfügbaren
Studien und Erkenntnisse zusammengetragen: „Wo ökoeffizientes Recycling
nicht verfügbar ist, kann gemischter Kunststoffabfall sauber und sicher
energetisch genutzt werden und ersetzt dabei Erdgas/Erdöl/Kohle. Im
schwedischen Göteborg z. B. wird mehr als 70 % der Stadt mit Hausmüll
beheizt.“
Die EU will aber derzeit immer noch möglichst hohe Recyclingquoten
festschreiben; zur Zeit sind mehr als 22,5 % die Kompromisslinie. Trotz
guter Erfahrungen mit Müllkraftwerken müssten Kunststoffe in
Dänemark und Schweden aus dem Hausmüllstrom herausgenommen werden,
um dann die bisher damit hergestellte Energie aus Erdgas/Erdöl/Kohle
herzustellen. Wo liegt da die Logik?
9. Vereinfachung des Versandes
Wir versenden bereits an viele Mitglieder den VbCc-Informationsbrief
per e-mail. Falls Sie noch nicht dazu gehören, aber eine E-Mail-Adresse
haben, möchten wir Sie bitten, uns diese mitzuteilen an: rita.foehlinger@solvay.com.
Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 1. Februar 2003.
Letzte änderung: 1. Juni 2003.

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