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Informationsbrief Nr. 6/2002Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. HuterPostfach 101123, 47476 Rheinberg Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012 |
2. Politik und Chemie
Der Druck aus dem politischen Raum auf die Chlorchemie lässt nicht
nach. Chemie und deren Produkte sind heute allgegenwärtig: als Medikament,
als Kunststoff, im Verkehr, im Baubereich. Die Chemiebranche inkl. Kunststoffe
nimmt umsatzmässig in Deutschland die erste Stelle unter allen Industriebranchen
ein. Insofern haben Politik und Behörden sicherlich die Verpflichtung,
mögliche negative Einflüsse eines so großen Teils unseres
Wirtschaftslebens kritisch zu beobachten und zu bewerten.
Andererseits sollten vorhergesehene Maßnahmen mit besonderer
Sorgfalt durchdacht werden, weil mögliche Fehlentscheidungen dann
besonders große Folgeschäden nach sich ziehen würden. Die
Chlorchemie ist gegenwärtig u. a. von folgenden Diskussionen betroffen,
die meist aus der EU kommen:
· PVC: Die EU-Kommission arbeitet immer noch an einer sogenannten
"Mitteilung". Es ist durchaus denkbar, dass damit die PVC-Diskussion noch
nicht beendet wird, sondern sogar ein "PVC-Gesetz" drohen könnte.
· Weißbuch Chemie: Die EU fordert ein umfangreiches Prüfsystem
für Chemikalien, auch für Zwischenprodukte und sogar auch für
Polymere (Kunststoffe).
· Ökosteuer: Die deutsche Bundesregierung hat im Rahmen
der zum 1.1.03 angekündigten Erhöhung die bisher gültigen
Ausnahmen für die Chemische Industrie drastisch reduziert.
Der VbCc wird jede Chance nutzen, von den Politikern und Behördern
zu fordern, vor der Verabschiedung von Maßnahmen zunächst den
Beweis anzutreten, dass die angedachten Maßnahmen wirklich der Umwelt
und den Menschen helfen. Alle VbCc-Mitglieder werden gebeten, sich bei
Gesprächen mit ihren Abgeordneten (Land, Bund, EU) auch für die
sinnvollen Anliegen der Chlorchemie einzusetzen.
3. Was hat Greenpeace mit wahrem Umweltschutz zu tun? Wenig!
Der Franzose Philippe Lequenne war von 1981 bis 1991 Direktor von Greenpeace
in Frankreich (anschließend war er bis 1996 bei der Organisation
Friends of the Earth). Heute ist er Professor an der Landwirtschafts-Hochschule
Angers (Frankreich). Er hat 2001 ein Buch herausgebracht "Hinter den Kulissen
von Greenpeace", wo er mit den "Methoden" von Greenpeace abrechnet. Als
Kenner von Greenpeace erzählt er interessante Details. So sagt er
deutlich, dass die "Mitglieder" von Greenpeace keinen Einfluss auf die
Arbeit haben. In Deutschland beispielsweise würden 30 Greenpeace-Administratoren
über die Geldspenden von 700 000 Mitgliedern entscheiden – das sind
0,004 %. Greenpeace würde stets Probleme nur dramatisieren und nichts
zur Problemlösung beitragen. Meistens würden die Umweltprobleme
durch Greenpeace nur verlagert bzw. sogar durch diese Verlagerung noch
verschärft. Greenpeace – so Professor Lequenne – verdient kein Vertrauen.
Wann ist unsere Gesellschaft endlich bereit, aus solchen Informationen
– die nicht neu sind – Konsequenzen zu ziehen?
4. Kunststoffe: Highlights – unbekannt?
Professor Helmut Käufer, ehemals Polymertechnik/Kunststofftechnikum
der Technischen Universität Berlin, hat sich der Mühe unterzogen,
bildlich darzustellen, wo Kunststoffe speziellen Markterfordernissen gerecht
werden. Entstanden ist ein 120 Seiten starkes Buch mit acht Kapiteln unter
den Titeln: "leicht, elastisch, isolieren, gleiten, optisch, Formgedächtnis,
Energie, wiederverwerten". Erneut wird deutlich, wie wichtig der Werkstoff
PVC ist: für steife Platten im Hausbau, für flexible Schlauchkonstruktionen
als Bohrinselträger oder für elektrisch sichere Kabel.
Das mit Hilfe der Initiative PVCplus entstandene Buch ist beziehbar
über: Technische Universität Berlin, Bookshop, Franklinstraße
15, 10587 Berlin.
5. Die Grenzen des Recyclings
Vor Jahren wurde im Verpackungssektor der Entsorgungsnotstand ausgerufen.
Wer erinnert sich heute noch daran? Das DSD und der Grüne Punkt wurden
geboren. Bei Kunststoffverpackungen beschritt man zunächst den Weg
des Recyclings von Mischkunststoffen. Parkbänke und ähnliche
grobschlächtige Produkte wurden hergestellt. Sehr schnell erkannte
man die Grenzen eines solchen niedrigwertigen Recyclings. In der Zwischenzeit
sind hochtechnisierte Verfahren zum werkstofflichen, rohstofflichen und
energetischen Verwerten entwickelt worden.
Solche, modernen Ansprüchen gerecht werdende Recyclinganlagen
– nicht nur für Kunststoffe, sondern auch für Glas, Metall, Aluminium
usw. – benötigen große Mengen Durchsatz, d. h. haben ein großes
Einzugsgebiet. Das hat dazu geführt, dass heute jeder 10. LKW auf
unseren Straßen bereits mit Müll aller Art unterwegs ist, so
die EU-Kommissarin Margot Wallström.
Durch die heute diskutierten Gesetze zur Altauto-, Elektro- und Bauschuttentsorgung
wird die Zahl der Müll-LKW noch weiter ansteigen. Die Grenze des Recyclings
liegt also nicht nur bei der eventuell begrenzten Aufnahmefähigkeit
des Marktes für Altprodukte, sondern auch beim gegebenenfalls ins
Maßlose steigenden Mülltourismus.
6. PVC – wichtigster Kunststoff in der Medizin
Weltweit gehen nur 2 % des Kunststoffverbrauchs in die Medizintechnik.
Dafür sind aber die technischen Anforderungen in diesem Bereich besonders
hoch, so dass in erster Linie nur ausgewählte Kunststofftypen in Frage
kommen. Der wichtigste Kunststoff in der Medizin ist PVC mit 27 %, gefolgt
von PE mit 24 % und PP mit 16 % Anteil (Information des Hauses Ticona GmbH).
PVC wird in der Medizintechnik für Blutbeutel genutzt, findet
sich im Infusionszubehör und auch in Sekretflaschen und Zubehör.
In diesen Mengen sind noch nicht enthalten die PVC-Bauproduke, die in Krankenhäusern
z. B. verwendet werden: Trink- und Abwasserrohre, Kabel und nicht zu vergessen
die Bodenbeläge. PVC-Bodenbeläge lassen sich im OP-Bereich so
verlegen, dass sie pflegeleicht und hygienisch sind.
Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 22. Dezember 2002.
Lätzte Änderung: 1 Februar 2003.

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