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Informationsbrief Nr. 2/2003Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. HuterPostfach 101123, 47476 Rheinberg Bank: Volksbank Niederrhein e. G. - BLZ.: 35461106 - Konto Nr.: 201884012 |
1. Besuchsfahrt
Die zweite Informationsfahrt im Jahre 2003 führt uns zum
Chemiestandort Marl. Wir erhalten dort einen Einblick in die
PVC-Produktion von Vestolit und werden die Weichmacherherstellung von
Oxeno besichtigen. Weichmacher ist mengenmäßig der
wichtigste Zuschlagstoff bei der Herstellung von flexiblen
PVC-Produkten, egal ob es sich um Bodenbeläge handelt,
Autokunstleder oder Blutbeutel. Weiterhin wird uns die Rapsölanlage
gezeigt.
Termin:
2. „Plötzlicher Kindstod“ – Ursache scheint geklärt
Immer wieder wurde in Fachzeitschriften und in Tageszeitungen über
den so genannten „Plötzlichen Kindstod“ berichtet. Die Angst bei
vielen jungen Eltern ging um, dass ihr Baby plötzlich ohne
erkennbare Erkrankung tot im Bettchen liegen könne. Die
Ursachenforschung tat sich schwer. Es gab zu wenig „Fälle“, auch
wenn jeder „Fall“ für die betroffenen Eltern einer zu viel war.
Wie in den letzten Jahren bei solchen ungeklärten Ereignissen
häufig, wurde dieses Phänomen von bestimmten Leuten dem PVC
zugeschoben (vgl. die Behauptung, dass PVC m Seehundsterben schuld sei,
was nicht der Fall ist, VbCc-Infobrief Nr. 6/2001). PVC-Folien werden
manchmal als Matratzenschoner verwendet.
Speziell in Großbritannien wurde vielen möglichen Ursachen
nachgegangen. Wie die Wissenschaftszeitung „New Scientest“ berichtet,
ist der „Plötzliche Kindstod“ mit großer Sicherheit auf
Bakterien zurückzuführen, die sich in Matratzen einnisten.
Der „Hauptbewohner“ ist der Typ Staphylokokkus aureus, der sich
besonders dort vermehrt, wo erbrochene Milch von der Matratze
aufgesaugt wurde. Es ist demnach anzuraten, die Matratzen sauber zu
halten, z. B. dadurch, dass man PVC-Folien zwischen Matratze und
Betttuch legt und sowohl die PVC-Folie als auch das Betttuch stets
hygienisch reinigt.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Textilien aus der
PVC-Faser „Rhovyl’A.S.+®“. Diese Faser enthält im Kern ein
milben- und bakterientötendes peruanisches Naturheilmittel (siehe
Internet: www.rhovyl.com).
3. Textiles Bauen in Österreich
Mehrfach berichteten wir über das Hin und Her bei der
Dachkonstruktion des Millennium Domes in London, zuletzt im Infobrief
Nr. 2/2001. Obwohl PVC-beschichtetes Polyestergewebe vom
Kosten-Nutzeneffekt die besten Erfahrungen gebracht hätte, wurde
aus so genannten „Umweltschutzgründen“ eine
PTFE-Glasfaser-Konstruktion gewählt. Ergebnis: 30 % höhere
Kosten und Risse schon nach kurzer Lebensdauer.
Dieselbe Fehlentscheidung wie in London steht bevor in Wien. Hier wurde
zusätzlich noch das Argument „Brandunsicherheit“ gegen PVC
vorgebracht.
Ein potentieller Lieferant der PVC-Planen hat beim SP Swedish National Testing Institute beide Materialen vergleichen lassen. Die Brandversuche wurden nicht nur im kleinen Labormaßstab, sondern an einem großen Modellzelt 12 x 8,5 x 4,3 m durchgeführt. Das Ergebnis spricht eindeutig für PVC:
4. Vertrauen in Greenpeace?
- Die PVC-Konstruktion verursacht nur halb so viel giftiges Kohlenmonoxid CO, das Hauptgift im Brandfall.
- Bei den Halogenwasserstoffen verursacht die Wettbewerbs-Konstruktion spürbare Mengen an Fluorwasserstoff, der ca. 10 mal giftiger ist als Chlorwasserstoff (letzterer wurde bei der PVC-Konstruktion in unbedeutenden Mengen abgegeben).
5. Ausloben von „grünen Produkten“: Wer testet die Tester?
Die angesehene New Yorker Zeitung „The Wall Street Journal“ berichtete
über eine Käuferbefragung, dass heute inzwischen 41 % der
Verbraucher sagen, sie wollten keine „grünen Produkte“ mehr
kaufen. Als Grund wurde angegeben, dass man fürchte, die Produkte
funktionierten nicht gut. Der Verbraucher wolle eher mehr Geld ausgeben
für Nutzerfreundlichkeit als für „grüne Ideologie“. Der
Trend „gegen grün“ wird bereits seit 1995 beobachtet. Dass die
Verbraucher auch in Deutschland so denken dürften, ist nahe
liegend. Wer die verschiedenen Testpublikationen verfolgt, allen voran
„test“ von der quasistaatlichen Stiftung Warentest oder von der
Zeitschrift „Ökotest“, der weiß von der häufig
mangelnden Sorgfalt der Tester. Dies gilt für Produkte (wie
bedruckte T-Shirts), für Verpackungen (aus Kunststoffen, speziell
aus PVC) oder Dienstleistungen (wie den Vergleich von Riester-Renten).
Zu bedauern ist, dass manche Produktions- oder Handelsunternehmen die
auf Ideologie und nicht auf Fakten beruhenden Anti-PVC-Aussagen der
Tester zum Anlass nehmen und so genannte „PVC-freie“ Produkte
bevorzugen. Beispiele: Asics, Puma, Adidas, H & M, Otto,
Sport-Scheck.
Jedes moderne Unternehmen unterwirft sich heutzutage einer
Qualitätsbewertung seiner Tätigkeit durch externe
Prüfinstitute (ISO 9000 …). Wann lassen sich die Tester nach
diesen Normen testen, um endlich Falschaussagen zu vermeiden?
Sie sind auf dem zweiten Niveau der VbCc Seiten.
Hergesteld: 1 Juni 2003.
Letzte änderung: 1. Juli 2003.

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