Informationsbrief Nr. 5/2002

Herausgeber: Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V.

Verantwortlich: Dr. H. Dillenburg, Dipl.-Ing. M. Huter

Verantwortungsbewußte Chlorchemie e.V. (VbCc. e.V.)
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Rheinberg, den 16. Oktober 2002
1. Mitgliederversammlung
Hiermit laden wir Sie ein zur diesjährigen Mitgliederversammlung am

Donnerstag, 7. November 2002, 16.00 Uhr
im Solvay-Clubhaus, Rheinberg.

Gäste sind willkommen! Getränke und Brötchen stehen kostenlos zur Verfügung.

2. Wie funktioniert die Abwasserreinigung?
Diesem Thema war der Besuch des VbCc gewidmet bei der „Emschergenossenschaft und Lippeverband“ in Bottrop am 3.9.02. Es war den Produktions-Spezialisten unter den VbCc-Mitgliedern bekannt, dass Eisen-III-Chlorid produziert und an Kläranlagen verkauft wird. Aber wie die Anwendung solcher Produkte vor Ort erfolgte, war für die Meisten Neuland, oder sollte man besser sagen „Neuwasser“.

Die Bottroper Betriebsleitung führte fachkundig in die Wasser-/Abwassersituation der Region von Emscher und Lippe ein. Beim anschließenden Rundgang durch die Kläranlage wurde die beeindruckende Technik veranschaulicht. Die vielen Fragen der VbCc-Mitglieder waren Ausdruck des großen Interesses. Der VbCc wird die Reihe der Besuche bei chlorrelevanten Betrieben daher im nächsten Jahr fortsetzen.

3. Hochwasserkatastrophe
Der VbCc-Vorstand hat sich an der Mitarbeiterinitiative der Solvay Deutschland GmbH beteiligt: Es wurden 300 Euro auf das Sonderkonto überwiesen, auf welches das Unternehmen Solvay seinerseits den selben Betrag eingezahlt hat.

4. Vinyl 2010, die Freiwillige Selbstverpflichtung der PVC-Industrie
Vinyl 2010 – die Freiwillige Selbstverpflichtung der PVC-Industrie – beinhaltet ein 10-Jahresprogramm, dessen Ziel darin besteht, die Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung und der kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes während des gesamten Lebenszyklus von PVC zu bewältigen.

Die Mitglieder von Vinyl 2010 sind die vier europäischen Verbände ECVM (PVC-Hersteller), ECPI (Weichmacherhersteller), ESPA (Additivhersteller) und EuPC (Verarbeiter). Mit Vinyl 2010 haben die Behörden es nun mit einem einzigen Gesprächspartner zu tun. „In allen Fragen bezüglich der Freiwilligen Selbstverpflichtung können sie sich nunmehr an Vinyl 2010 wenden“, erklärt Jean-Pierre Pleska, Vorsitzender von Vinyl 2010 und Chef der SBU Vinyls von Solvay, einem der beiden Stammhäuser von SolVin (die BASF ist das andere Stammhaus).

Das Programm enthält u. a. folgende Verpflichtungen:

Bestandteil des Programms ist auch ein strikter Überwachungsprozess hinsichtlich seiner Umsetzung. So wurde im April 2002 von DNV der zweite Jahresbericht von Vinyl 2010 zertifiziert. Bei DNV handelt es sich um ein unabhängiges norwegisches Gutachter-Institut (Det Norske Veritas).

Die europäische PVC-Branche ist sicher, dass mit den von Vinyl 2010 angestoßenen Maßnahmen die Nachhaltigkeit der PVC-Anwendungen weiter verbessert wird.

Falls Sie dieses Zeichen auf irgendeinem Produkt, Prospekt usw. sehen sollten, wissen Sie, dass mit diesem PVC-Produkt die Nachhaltigkeit gefördert wird.

5. PVC im öffentlichen Aufwind
Die PVC-Branche hat ihr Image in den vergangenen Jahren deutlich verbessern können. Repräsentative Umfragen zeigen, dass 1998 nur 30 % der Befragten eine gute Meinung zu PVC hatten. Heute sind es bereits etwa 60 %.

An diesem Erfolg sind Viele beteiligt. Die Verbände wie AgPU oder VKE, die Unternehmen, aber auch die vielen Mitarbeiter, die z. B. im VbCc organisiert sind. Die Bereitschaft zum Dialog mit der breiten Öffentlichkeit, mit Politik, Verwaltung und Medienvertretern trägt allmählich Früchte.

Aber: Ca. 40 % müssen noch überzeugt werden .....

6. PVC – wichtigster Kunststoff in der Elektroindustrie
Der Verband Kunststofferzeugende Industrie e. v. (VKE), Frankfurt, hat Verbrauchszahlen für Westeuropa veröffentlicht. In der Elektrobranche werden ca. 3 Mio. Tonnen Kunststoffe jährlich genutzt. Wichtigste Kunststoffart ist PVC mit 18 %, gefolgt von PS mit 17 % und PE mit 11 % Anteil. Haupteinsatzbereich für PVC sind Kabel, die 28 % der Kunststoffverwendung in der Elektrobranche abdecken.

7. PVC im öffentlichen Bereich
In öffentlichen Gebäuden in Taunusstein dürfen nun wieder Türen und Fenster aus Kunststoff eingebaut werden. Das hat der Magistrat beschlossen und damit einen Verbotsbeschluß aus dem Jahr 1990 aufgehoben. Diese Entscheidung wird damit begründet, dass Kunststoffelemente billiger und länger haltbar seien als solche aus Holz. Auch die Wärmedämmung sei bei Kunststoff besser. Holz verursache außerdem durch notwendige Anstriche hohe Folgekosten und sei wegen der aufgebrachten Schutzmittel nicht recyclingfähig. Deshalb hätten Holzfenster die schlechteste Ökobilanz.

Leider hat sich die Taunussteiner Erkenntnis noch nicht überall durchgesetzt. Die Stadt Freiburg besteht trotz aktuell übermittelter Information immer noch auf Holzfenstern.

8. Verpackungsverwertung
In Deutschland nutzen die Bürger die Verwertungswege des DSD (Duales System Deutschland) für Verpackungen mit dem Grünen Punkt. Verwertet werden bisher alle Einwegverpackungen mit dem Grünen Punkt: Glas, Metall, Karton und auch Kunststoffe. Aus dem neuesten Geschäftsbericht der DSD ergeben sich Gesamtkosten von1,808 Mrd. Euro im Jahre 2001. Das bedeutet für jeden deutschen Bürger pro Jahr 22 €. In Frankreich zahlen die Bürger für das zum DSD analoge System „Ecoemballages“ nur 5 €/Jahr.
Wenn wir in Deutschland anstelle des DSD- das Ecoemballages-System hätten, wären wir um 1,4 Mrd. € reicher.

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Hergesteld: 27. Oktober 2002.
Letzte Änderung: 22 Dezember 2002.

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